Rückblick

KAT_A_1, 2014

Ólafur Elíasson, Jeppe Hein, Anna K. E., Alicja Kwade,
Michael Sailstorfer, Tatiana Trouvé

In der ersten KAT_A-Ausstellung verließ die zeitgenössische Kunst der Sammlung Andra Lauffs-Wegner die privaten Räume und stellte sich erstmals dem Dialog mit der Öffentlichkeit. Die Ausstellung zeigte Arbeiten von Ólafur Elíasson, Jeppe Hein, Anna K. E., Alicja Kwade, Michael Sailstorfer und Tatiana Trouvé in dem großen Ausstellungsraum, in der Kapelle im Haus Hedwig sowie im historischen Park. Die hauptsächlich installativen Arbeiten und Skulpturen kreisten um die Themen Fiktion und Wahrheit – und die Frage, was in der medial gefilterten Wirklichkeit dafür gehalten wird. Dekonstruktion und Täuschung führen zu neuen Bildzusammenhängen und somit zu neuen Assoziationen und Bedeutungsebenen.

Durch das Zusammenspiel von Innen- und Außenraum wurde dieses Spektrum der Wirkungsweise noch verstärkt und um das Spannungsfeld von Natur, Künstlichkeit und Zeit erweitert. Das Phänomen der Wahrnehmung und allgemeine Erwartungshaltungen erhielten im Zusammenhang mit Raum und Natur unterschiedliche Möglichkeiten der Betrachtung und des unmittelbaren Erlebens. So führten etwa die Bänke von Jeppe Hein unsere Erwartung ins Absurde während das in ein Baumhaus dekonstruierte Flugzeug von Michael Sailstorfer unsere Wahrnehmung ironisiert. Tatiana Trouvés raumgreifende Installation in der Kapelle täuscht mit ihren unterschiedlichen Materialien das Auge des Betrachters und stellt so die Zusammenhänge zwischen Innen- und Außenraum sowie Vorstellung und Wirklichkeit in Frage. Trouvé wie auch die anderen in dieser Ausstellung vertretenen Künstler schaffen mit ihren Skulpturen und ortsspezifischen Installationen Konstruktionen der Wirklichkeit oder eben das, was wir aufgrund unserer Erfahrungen und Sehgewohnheiten dafür halten.

Alicja Kwade, Ungeklärter Zustand, 2010,6/10 +3AP, Glas, Holz, 100 x 100 x 80 cm