Tatiana Trouvé *

Tatiana Trouvé

Die italienische Bildhauerin Tatiana Trouvé setzt sich in ihren Arbeiten mit den Parametern Raum und Zeit auseinander. Ihre Installationen wirken oft minimalistisch und sind dabei dennoch raumgreifend: Aus schlichten, alltäglichen Materialien wie Steinen, Erde, Glas oder Möbelstücken konstruiert Trouvé eindrucksvolle Werke. Ihre Interventionen in die Architektur lassen Raumgefüge wanken, stellen unterschiedliche Perspektiven scheinbar nebeneinander und verschieben so die Zusammenhänge zwischen Innen- und Außenraum, Vorstellung und Wirklichkeit. Trouvé schafft mit ihren Skulpturen und ortsspezifischen Installationen Konstruktionen der Wirklichkeit, in denen, so die Künstlerin, „Gedanken zu plastischen Wesen“ werden. Diesem Thema spürt Trouvé auch in großformatigen Zeichnungen nach, die nur auf den ersten Blick wie klare Raumsituationen scheinen.

Tatiana Trouvé ist 1968 im italienischen Cosenza geboren und in Dakar aufgewachsen. Trouvé studierte in Nizza, heute lebt und arbeitet sie in Paris. Ihre Werke waren in zahlreichen Ausstellungen zu sehen, unter anderem im Kunsthaus Graz, dem Züricher Migros Museum für Gegenwartskunst und im Centre Pompidou. Die Künstlerin nahm an den Biennalen von São Paulo und Venedig teil. 2014 zeigte das Bonner Kunstmuseum „I Tempi Doppi“ und damit Tatiana Trouvés erste Einzelausstellung in einem deutschen Museum.

Untitled, 2014
Beton, Bronze, Kupfer, Plastik, Lack, Leder
© VG Bild-Kunst, Bonn 2015