Michael Sailstorfer *

Michael Sailstorfer

In seinen bildhauerischen Arbeiten greift Michael Sailstorfer auf alltägliche Objekte zurück, die er ihrer gewohnten Umgebung entreißt und mit neuen Assoziationen auflädt. Aufgepumpte LKW-Schläuche etwa hängt er unter die Decke, wo sie als dunkle Wolken schweben. Eine Straßenlaterne wird, präpariert mit Dach und Wänden, zum beleuchteten Mückenhaus. Vertraute, bisweilen auch ausgediente Gegenstände entrückt der Künstler ihrem Kontext und ihrem alten Leben: Bäume explodieren oder hängen kopfüber, Kronleuchter entstehen aus geleerten Bierflaschen und ein ausgedientes Flugzeug recycelt Sailstorfer zum Baumhaus. Mitunter entstehen seine Installationen erst im Zusammenwirken mit dem Betrachter – oder mit der Kamera: Manche seiner bildhauerischen Experimente dokumentiert Sailstorfer filmisch. Das Bildmaterial bezieht er in seine Arbeiten ein, oder er lässt von einer Performance später Fotografien sprechen.

Michael Sailstorfer wurde 1979 im bayerischen Velden geboren. Er studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München und am Goldsmiths College in London. Sailstorfer zeigte seine Arbeiten in etlichen Ausstellungen, etwa in der Kestner-Gesellschaft in Hannover und in der Schirn Kunsthalle in Frankfurt. Seine Werke sind in zahlreichen Museumssammlungen zuhause, darunter das Centre Pompidou, das Münchner Lenbachhaus und das Städelmuseum in Frankfurt.
Michael Sailstorfer lebt und arbeitet in Berlin.

HB-DAA, 2007
Sportflugzeug