DIRK SKREBER

Abbild der Ungewissheit 

Dirk Skreber thematisiert in seinen Arbeiten das Alltägliche und oftmals das Dramatische wie Autounfälle, Fluten oder einstürzende Häuser. Neben raumgreifenden Skulpturen wie etwa die „Crash Cars“ im Kunstmuseum Bonn, wendet er vor allem das Medium der Malerei mit einer beeindruckenden Raffinesse an. Nach fotografischen Vorlagen erarbeitet er einen technisch virtuosen und hyperrealistischen Malstil, der sich zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion bewegt. In dieser Malerei bildet Dirk Skreber Konstruktionen aus unterschiedlichen medialen Umgangsformen und Wirklichkeitsbezügen ab. So übersetzt er beispielsweise Zeitungsbilder von Katastrophen ohne dass eine menschliche Figur in Erscheinung tritt. Menschenleer, ja geradezu entmenschlicht zeigen sich diese Darstellungen als Klischees kulturell-gesellschaftlicher Erinnerungen und kollektiver Wahrnehmung. Die vordergründige Nüchternheit und Distanz seiner Bilder entwickeln dabei eine ästhetische Anziehungskraft des unterschwellig Makaberen und ein Gefühl indirekter Bedrohung. Trotz der extremen Kühle und Emotionslosigkeit spielt der Mensch dennoch eine zentrale Rolle; nämlich als Betrachter, der sich diesen Bildern „ausgesetzt“ sieht, beobachtend, irritiert und fasziniert zugleich. 

Dirk Skreber wurde 1961 in Lübeck geboren. Von 1982 bis 1988 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf. Seine Arbeiten wurden vielfach ausgestellt, u.a. im Frankfurter Museum für Moderne Kunst (2006), in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden (2008), dem Frans Hals Museum in Haarlem (2009) oder dem Leopold Hoesch Museum & Papiermuseum in Düren (2012). Arbeiten von Dirk Skreber finden sich u.a. im Museum of Contemporary Art in Los Angeles oder im Kunstmuseum Bonn. Im Jahr 2000 erhielt er den Preis der Nationalgalerie für junge Kunst. 2008 war er Gastprofessor an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Dirk Skreber lebt und arbeitet in New York.

 

Decoy, 2016 © VG Bildkunst, Bonn 2017