David Zink Yi

Identität und Herkunft

Bei den aus Aluminium und Edelstahl gearbeiteten Palmen handelt es sich um naturgetreue Nachbildungen der Palmensorte „Washingtonia Robusta“, die in ihrer Originalform bei einer Höhe von bis zu 35 Metern zahlreiche Straßen, Promenaden und Wege in den südlichen Metropolen der USA säumen. Mit naturalistischer Detailgenauigkeit gearbeitet, verkörpern die in seinen Werken auf 3,5 Meter geschrumpften Bäume eine idealisierte und ästhetisierte Natur. Sie irritieren durch den Gegensatz ihres detailgetreuen Realismus mit der Künstlichkeit und Kühle des verwendeten Materials. Die Palmen sind zugleich Abbild der Natur und doch ihrer Natürlichkeit beraubt, sind Wahrzeichen hoher Künstlichkeit und technischer Vollkommenheit. Glänzend und filigran streben sie in die Höhe und entfalten ihre Palmwedel einer Krone gleich. Befinden sich Natur und Technologie im Widerspruch oder im Einklang? Wie werden Raum und Objekt im Verhältnis zueinander definiert? Yi – selbst geprägt durch seinen multikulturellen familiären Hintergrund – formuliert in seinen Werken die Frage nach der Definition von Identität und Herkunft neu. Durch seine künstlerische Dekonstruktion und Verfremdung stellt er dabei auch immer wieder die Wahrnehmung derselben in den Mittelpunkt seiner künstlerischen Überlegungen.

David Zink Yi ist 1973 in Lima, Peru geboren. Er studierte an der Universität der Bildenden Künste in München, an der Akademie der Künste Berlin und besuchte die Meisterklasse von Lothar Baumgarten von 2002 bis 2003. Er erhielt u. a. das Schmidt-Rottluff-Stipendium und MAK-Schindler-Stipendium und wurde 2004 mit dem ars viva- Preis der Deutschen Wirtschaft ausgezeichnet. Seine oftmals raumgreifenden Installationen waren schon in zahlreichen internationalen Ausstellungen zu sehen; u.a. im Kunstverein Braunschweig, Neuen Berliner Kunstverein, in der Tate Gallery of Modern Art in London, im Midway Contemporary Art in Minneapolis, Kunsthalle St. Gallen und Kassel sowie im Museum Ludwig in Köln. Yi lebt und arbeitet in Berlin.

Neusilber, 2015, Edelstahl, je 353 x 100 x 95 cm,
Foto: Aaron Schuman, © David Zink Yi