Annette Kelm

Hermetische Bildsprache

Annette Kelms Fotografien reichen von Stillleben über Porträts und Objektfotografien bis hin zu Architekturund Landschaftsfotografien. Es sind präzise ausgearbeitete Kompositionen, die auf ein komplexes sowie hermetisch geschlossenes Konzept und ein weitverzweigtes Netz von Bezügen verweisen. Beispielhaft ist diese konzeptionelle Strenge bei ihren Portrait-Darstellungen: In der hier vorgestellten 6-teiligen Arbeit wird eine Frau gezeigt, deren Kappe bis über die Augen gezogen ist, so dass ihr Blick dem Betrachter verborgen bleibt; in den sechs einzelnen Bildsequenzen dreht die Frau ihren Kopf um 180 Grad von links nach rechts. Annette Kelm bewegt sich auch in dieser Arbeit, wie meist bei ihren Fotografien, zwischen der Isolation des Gegenstandes, der konstruierten und vorgefundenen Skulptur oder der beabsichtigten Pose. Indem sie das Motiv als Serie anlegt, erfährt der Betrachter die von der Künstlerin intendierte Wirkung: Durch die nüchterne Präsentation bleiben Ursprünge und Zusammenhänge der Fotografie bzw. der abgebildeten Person im Unklaren und für den Betrachter immer auch rätselhaft.

Annette Kelm wurde 1975 in Stuttgart geboren. Studium an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg und an der Kunstakademie München. Sie erhielt u.a den Kodak Young Photographers Award, Camera Austria-Preis und den ART COLOGNE-Preis für junge Kunst sowie renommierte Stipendien. Viele internationale Ausstellungen u.a. im Museum of Contemporary Art Detroit, Museum Haus Lange, Krefeld, Kölnischer Kunstverein, Kunsthalle Zürich und Art Cologne. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Untiteld (Portraits), 2007, 6-teilige Arbeit, C-Prints, je 62 x 56 cm